Mittwoch, 28. Dezember 2016

Weiterer evangelischer Trick – die Wassertaufe



(Teil 3 "Zwei Wege zum Heil")

"Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen." (Math. 3. 11)

Wir sehen, dass hier von zwei verschiedenen Taufen die Rede ist. Die eine, welche von Menschen durchgeführt wird und als Zeichen der Busse verstanden sein will. Die andere Taufe hingegen mit Geist und mit Feuer, können nicht Menschen bewerkstelligen, sondern es ist alleine Jesus Selbst, der dies tut.


Geist und Feuer

Taufen heisst eintauchen. Wer mit Geist getauft wird, wird erfüllt mit dem Heiligen Geist. Das Feuer ist die Entsprechung für Liebe, für die Göttliche Liebe. Wer nun mit dem Heiligen Geist getauft ist, ist auch mit der Göttlichen Liebe getauft! 

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30./31. 12. 2016  und 1. 1. 2017 
(Samstag, Sonntag und Montag)

Während der Zeit in  der die Welt und die Weltchristen sich der Zeremonie des Jahresausklangs hingeben und mit vielen guten Vorsätzen das Neue Jahr begrüssen mit der dazugehörenden Völlerei und dem Prassen, wollen wir uns gerade jetzt in diesen Tagen uns vermehrt dem permanenten Bewusstsein der ständigen Gegenwart Gottes hingeben und uns vom weltlichen Leben distanzieren. Wir fasten, jeder nach seinem eigenem Dafürhalten und richten unsere Gesinnung nach dem Geist. Und in diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gottgesegnetes Neues Jahr, indem wir uns noch intensiver nach dem Willen des Höchsten richten wollen.

Hans Künzle

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Auch bei der Wassertaufe geht es um das Eintauchen. Sie ist ein Zeichen der Busse, also ein Symbol, dass Busse (und damit Umkehr!) getan wurde. Dabei kann das Symbol, das Zeichen, die eigentliche Handlung, die Busse, nicht ersetzen. Wer sich nur taufen lässt ohne Busse und Umkehr zum tun, dessen Wassertaufe ist logischerweise unnütz und vergebene Mühe. Busse und Umkehr zählen für das Heil, ein symbolisches Zeichen allein wäre nur eine Täuschung. Wer Busse tut und von seinem sündigen Leben umkehrt, aber sich nicht wassertaufen lässt, erfährt für seine geistige Entwicklung keinerlei Schaden.

Deshalb ist im Neuen Bund das alttestamentliche Sakrament der Wassertaufe im Prinzip gar nicht mehr vonnöten. Oft wird argumentiert, dass man mit der Wassertaufe die Busse sozusagen öffentlich bezeugt. Aber das ist – gelinde gesagt – ein Witz. Muss die Öffentlichkeit anhand der Wassertaufe sehen, dass der Betreffende Busse getan hat oder soll die Öffentlichkeit nicht anhand seines neuen Lebenswandel erkennen, was mit ihm in geistiger Hinsicht geschehen ist? Also, eine Show soll die Wassertaufe sicher nicht sein.

Dass die Wassertaufe im Neuen Testament keine relevante Bedeutung mehr hat, sagt uns Johannes der Täufer selbst: "Der aber  nach mir kommt ...". Derjenige, Der nach Johannes gekommen ist, läutete eine ganz neue Zeitepoche, eine neue Heilsepoche ein! Das Neue Testament, den Neuen Bund. Nun gelten neue Gebote. Unter anderem gilt im Neuen Bund auch eine neue Taufe. Diese Taufe hat keinen Symbolcharakter mehr, sondern ist eine tatkräftige Gottliche Handlung.
Wer mit Wasser getauft wird wie im Alten Testament unter Johannes, wird kein neuer Mensch, sein Wesen bleibt das alte Wesen mit allen seinen Begierden und Lüsten. Was bei der Bekehrung neu geworden ist, ist dass die Liebe zu Gott erwacht ist. Es wurde ein Same gelegt, also gezeugt. Die Busse, Bekehrung und Umkehr ist also eine "Wiederzeugung", und danach kann der Same reifen und der Glaube wachsen. Erinnern wir uns bei dieser Gelegenheit daran, was "Glaube" bedeutet: Glaube ist die Entsprechung für "Liebe"!

Ganz anders die Taufe mit Geist und mit Feuer. Wenn der gezeugte Same mit den Jahren gewachsen ist, die Liebe zu Gott, zur Wahrheit und zu den Menschen immer stärker wurde, dann geschieht die neue Taufe. Durch diese Taufe wird nun der Betreffende mit dem Geist und der Liebe Gottes durchflutet und wird dadurch ein vollständig neues Wesen. Erst nach dieser "Verwandlung", nach dieser Neu-Geburt ist der Betreffende ein Gotteskind und wird in die Himmel aufgenommen.. Deshalb spricht Paulus im Röm. 7: "... so daß wir dienen im neuen Wesen des Geistes ...". Wie schon erwähnt, allein die Busse und schon gar nicht allein die Wassertaufe macht dieses neue Wesen, sondern erst die Taufe im Geiste!

Diese Taufe im Geiste und mit Feuer geschieht nicht an einem Tag. Nur bei Jesus fiel die Wassertaufe (lediglich als Symbol, denn er brauchte keine Busse zu tun) und die Geistestaufe zusammen. Bei den Jüngern dauerte es drei Jahre Vorbereitung und bei Paulus dauerte es lediglich drei Tage. Wenn es bei uns drei Jahrzehnte oder noch mehr dauert, so spielt das keine grosse Rolle, denn nur der Fortschritt zählt, sind doch die Zeiten in dieser Beziehung heute auch um ein Wesentliches schwieriger wie damals.

Es gbt dann noch eine dritte Art der Taufe, wie sie vor allem in Charismatischen Kreisen gehandhabt wird. Die Geisttaufe durch Handauflegen. Darauf gehe ich weiter unten noch kurz ein.
So, das wären ein paar Erläuterungen zur Taufe im Allgemeinen zum tieferen Verständnis und vor allem zur Unterscheidung der beiden Taufarten.


Luthers verhängnisvoller Irrtum

Das Kapitel 6 im Römerbrief (R6) ist das "Taufkapitel" schlechthin. Dieses Kapitel geht sehr tief in das Thema und zeigt uns den neuen Zustand nach der Taufe. 

Nun aber hat R6 einen Haken. Einen gewaltigen Haken! Paulus schreibt ohne Ausnahme von der "Taufe", schreibt aber nicht von welcher Taufe. Wir wissen ja, Johannes d. T. hat uns erklärt, dass es zwei Arten von Taufen gibt. Die Wassertaufe, mit welcher er selbst zur Busse und Sündenvergebung getauft hat und die andere Taufe, jene mit Feuer und Geist, mit welcher Jesus taufen würde. Nun – von welcher Taufe schreibt denn Paulus jetzt im R6?

Fragen wir Martin Luther, so ist es für ihn ganz klar, dass die Wassertaufe gemeint ist. Sein gesamtes Evangelium geht davon aus, dass wer wasser-getauft ist, ein neuer Mensch wird. Deswegen hat er aus der Wassertaufe ein Sakrament geschaffen und befohlen, dass jeder Christ schon im Säuglingsalter wassergetauft werden muss. Die absurdeste Schlussfolgerung Luthers ist, dass jeder Wassergetaufte  das "Bad der Wiedergeburt" erlangt hat. Nach Luther trifft nun R6 für jeden Christen zu. Aber stimmt das auch mit der Realität überein? Sicher nicht. Ob Säuglingswassertaufe oder jene von Erwachsenen, bei niemandem hat dieses Sakrament bewirkt, dass der betreffende "der Sünde nicht mehr dient (Vers 6), dass er "der Sünde gestorben (Vers 10)" ist, dass die "Sünde nicht mehr herrschen kann (Vers 12)" und dass er "Knecht der Sünde gewesen (Vers 17)" ist. 

Die Wassertaufe hat noch nie aus einen Menschen ein neues Wesen gemacht. Die Taufe Jesu mit Feuer und Geist hingegen macht dieses neue Wesen, wie Gott es durch Hesekiel (36. 26) verheissen hat, dass Er den Menschen ein neues Herz und einen neuen Geist geben wird, der dann die Gebote Gottes hält.  


R6 zeugt von der Taufe Jesu und niemals von der Wassertaufe.


Da nun Luther in diesem Punkt ganz gründlich irrt, sind auch alle seine anderen Irrtümer zu erklären. Da jeder wassergetaufte das "Bad der Wiedergeburt" bereits erlangt, strebt niemand mehr nach der vollen Wiedergeburt ebensowenig wie nach einer Läuterung der Seele oder dem Wachstum und Reifung des Geistes. So gesehen bringt die Wassertaufe den Christen um das Heil!

Die evangelische alttestamentliche Wassertaufe

Die allermeisten Bibelverse "funktionieren" nur mit und durch die Taufe im Geiste, also der wahren Wiedergeburt. Da die allermeisten Glaube-allein-Christen jedoch diese Wiedergeburt noch nicht haben und deshalb es ihnen meist auch bewusst ist, dass "irgend etwas" nicht stimmen kann, suchen sie instinktiv nach einem Ausweg aus ihrem Dilemma. Sogar Martin Luther hat das schon gemerkt, dass seine Rechnung nicht aufgehen kann. So versuchte er mit der Taufe das Leck zu kitten und hat kurzerhand die Taufe im Geist in die Wassertaufe verlegt. Die wahre Taufe, die gegen Schluss des Entwicklungsweges steht und von Jesus Selbst gegeben wird, hat er in die Taufe, die nun Pastoren vornehmen, an den Beginn des Entwicklungsweges, der Bekehrung (oder sogar noch früher!) gesetzt. Damit ist das Problem gelöst. Die Taufe ist die Wiedergeburt, und nun spielt es keine Rolle mehr, ob das Lebensziel der Glaube allein oder die Wiedergeburt ist, er hat "den Fünfer und das Weggli". Schlau – nicht?

Aber dieser schlaue Trick ist eben doch nicht so schlau. Erst behauptet er, der Glaube allein genüge, denn mit diesem Heilsversprechen wären wir gerecht vor Gott. Dann heisst es, dass die Taufe absolute Bedingung sei, um in den Himmel zu kommen. Was stimmt denn jetzt? Klaus Vollmer verficht die gerade Linie Luthers. Was Vollmer sagt, könnte geradesognut auch von Luther gesagt sein. Darum wollen wir nun sehen, was Vollmer in seiner Bibelwoche vertritt:

"Wenn jemand zum Glauben an Jesus Christus kommt, dann muss er getauft werden, so schnell wie möglich. Sonst besteht sein Heil auf seinem Glauben. Das Heil besteht auf Christus, nicht auf meinem Glauben."

Ja hoppla! Was ist das denn? Nicht mehr auf den Glauben! Wo ist denn der Glaube-allein? Und bitte schön: Wo steht dieser Unsinn in der Schrift? Vorhin, als es ums das Fleisch ging, hat er gesagt, Sexualität gehöre nicht zum Thema Fleisch, weil das stehe nirgends in der Bibel. Und hier? wo steht die sofortige Taufe und welche Taufe? Natürlich die Wassertaufe. Diese hat aber nichts dem Glauben zu tun, sondern nur die Taufe im Geist.

" Wer getauft ist, kommt in den Himmel "

Wenn Vollmer/Luther hier die Geisttaufe, also die wahre Wiedergeburt meint, dann liegt er richtig. Aber diese Taufe geschieht natürlich nicht am Anfang des Glaubensweges. Hier ist wieder so ein ausserbiblisches evangelisches Abenteuer, das nirgends in der Biebl zu finden ist.
Die nächste Behauptung ist wieder sehr interessant:

"... so gehören Glaube und Taufe zusammen"

Was er nicht gesagt hat ist, wie man Säuglinge an der Mutterbrust missioniert, damit sie zum Glauben kommen. In diesem Punkt verstrickt sich Luther in etliche Widersprüche, einmal behauptet er wie Vollmer, dass Glaube und Taufe zusammengehören, ein andermal meint er, dass die Wassergetauften auch ohne Glauben den Zuspruch Gottes haben! Da wurde ein gehöriges Chaos angerichtet.
Und das Schönste zum Schluss:

"Wassertaufe, das Bad der Wiedergeburt "

Welch ein unerhörter Unsinn. Also alle, die Getauft sind, sind mit dem Heiligen Geist erfüllt und leben wie in den Kapitel 6 und 8 des Römerbriefes. Kein Getaufter sündigt mehr, alle sind sie der Sünde abgestorben!

Oh Mann! Oh Mann! Merkt denn da wirklich keiner, dass das Ganze nicht aufgehen kann? Kein Prediger, kein Pastor, kein Doktor? Sind sie wirklich alle blind? Und das Volk? Sonntag für Sonntag gehen sie in die Versammlungen und konsumieren unwidersprochen solchen Unsinn. Kaum zu glauben! Und das schon während 500 Jahren!

Es war vor 500 jahren, als unter der Ägide von Martin Luther die Kindertaufe seine Bestimm8ung erhielt. Eine Lehraussage der evangelisch-lutherischen Kirche:

"Weiter wird bei uns gelehrt, dass nach Adams Fall alle natürlich geborenen Menschen in Sünde empfangen und geboren werden, das heißt, dass sie alle von Mutterleib an voll böser Lust und Neigung sind und von Natur keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott haben können, ferner dass auch diese angeborene Seuche und Erbsünde wirklich Sünde ist und daher alle die unter den ewigen Gotteszorn verdammt, die nicht durch die Taufe und den Heiligen Geist wieder neu geboren werden ..."  (Augsburger Konfession, Artikel 2)

Interessant auch zu wissen, welche Geistes Kinder Martin Luther und sein Zögling Philip Melanchton waren:

"Philipp Melanchthon, der die Hinrichtung aller Eltern bzw. Menschen forderte, welche ihre Kinder nicht als Säuglinge taufen lassen wollten. In seinem Gutachten für die Universität Wittenberg formulierte der Reformator Philipp Melanchthon wie folgt:
"Kindertaufe, Erbsünde ... dieweil diese Artikel auch wichtig sind, denn es ist wenig daran gelegen, die Kinder aus der Christenheit zu werfen und in einen ungewissen Stand zu setzen, ja zur Verdammnis zu bringen ... Dieweil man doch sieht und greift, dass grobe, falsche Artikel [bei den Andersgläubigen] sind, schließen wir, dass in diesem Fall die Halsstarrigen auch mögen getötet werden.
"

Das ist die Evangelische Kirche, die Evangelische Lehre und die Evangelische Botschaft der Liebe.




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