Mittwoch, 7. Mai 2014

Hauskreise


Gesetzt den Fall, der Himmlische Vater hat dich als Werkzeug gebrauchen  koennen und durch deinen Dienst ist ein Bruder zur Suendenerkenntnis gekommen und hat eine konsequente Umkehr in seinem Leben gemacht. Was raetst du ihm, wo soll er eine geistliche Heimat finden? Die Landeskirche kannst du ihm sicher nicht empfehlen, denn Gott, Jesus und die Bibel sind in dieser Institution Fremdwoerter. Ausserdem ist die Suende Teil des gelebten Glaubensbekenntnis (in schwuler Ehe lebende Gay-Pfarrer).


In den Freikirchen wird dein Bruder kaum eine Erfuellung finden, denn die Geschwister dort  sind im selben Moment, wie sie „Jesus ins Leben aufgenommen“ haben auch schon wiedergeboren worden, haben aber noch alle die alten Probleme und Begierden. Ausserdem sind alle schon selig durch „den Glauben allein“. Diese Kirchen mit ACK-Dachverbaenden und ihren Irrlehren, wie ich sie in meinem eBook „Die Endzeit-Kirchen“ beschrieben habe, ist also auch kein geeigneter Hort. Was bleibt dann noch? Die charismatischen Pfingst-Gemeinden? Ueber das haben wir uns schon ausfuehrlich unterhalten, nein, Okkultismus ist auch nichts fuer eine neu neubekehrte und erweckte Seele.

Bleiben eigentlich nur zwei Moeglichkeiten. Die eine ist, ihn unter Gebet alleine den Glaubens-Weg ziehen lassen in der Hoffnung, Gott werde ihn leiten. Aber das ist etwa dasselbe, wie wenn du ein Lamm unter ein Rudel Woelfe gibst. Die Ueberlebenschance wird sehr gering sein (fuer das Lamm, nicht fuer die Woelfe).  Die zweite Moeglichkeit ist ein Hauskreis, von Theologie und Theologen befreit, wo das Leben in Christus gelernt werden kann.

Beim traditionellen Gottesdienst-Programm,  das in allen Kirchen monoton und unisono das selbe ist, wo der Theologe seine Ansprache haelt in dem er die Ohren kitzelt und die Baeuche pinselt – dabei sind aber die Glaeubigen  zum passiven Zuhoeren gezwungen. Vielleicht gibt es mal eine Aufforderung, ein Zeugnis zu bekunden. Das Problem ist aber, die Lebenserfahrung des Einzelnen kann kaum eingebracht werden und persoenliche Probleme koennen in diesem Kreis ebenfalls nicht eroertert werden. 

Vorteile des Hauskreises

Neben dem Aspekt, daß man nicht auf kostenpflichtige Räumlichkeiten angewiesen ist, ist ein Hauskreis viel persönlicher. Jeder kennt jeden - nicht wie bei einem normalen Gottesdienst - sondern es herrscht eine heimische, geborgene Atmosphäre. Und hier sieht man schon den großen Vorteil: Hier ist sozusagen die "Urzelle" des christlichen Lebens zu finden. Menschen können sich aussprechen, für Nöte kann gemeinsam gebetet und "Lasten" werden gemeinsam getragen. Wichtig bei den Hauskreisen ist das Zusammensein. Ein Hauskreis ist optimal um Fragen zu stellen, die in einem Gottesdienst nicht beantwortet werden konnten oder darüber zu sprechen was einen selbst beschäftigt.

Zudem kann hier das Wort Gottes weitaus persönlicher angewandt werden, da die Lebenssituationen zumindest im groben den Teilnehmern bekannt sind. Allerdings sollte solch ein Kreis auch wieder nicht zu groß sein. In dem Fall kann man ihn aber problemlos teilen. Sonst bleibt die Not Einzelner oft unerwähnt, da man meist nicht gerne vor einer zu großen Gruppe über persönliche Nöte spricht. Teilt man eine solche „Keimzelle”, dann entspricht das der Ordnung Gottes, denn das gesamte Wachstum in der Schoepfung basiert auf Zellteilung.

 Wie gross soll ein Hauskreis sein?

Selbstverstaendlich gibt es in dieser Frage keine Regel.  Etwa zehn Personen ist ein guter Ansatz. Vergroessert sich der Kreis, dann kann bei fuenfzehn oder zwanzig  ein neuer Kreis entstehen. Aber wie gesagt, man sollte eine Antwort im Konsens finden. Bei juengeren Personen ist die Gruppe vielleicht etwas groesser.

Das Wesen des Hauskreises

Der woechentliche Haus- oder Bibelkreis soll turnusgemaess jedesmal bei einem der Teilnehmer zu Hause abgehalten werden. Wenn vielleicht die Platzverhaeltnisse ein bisschen eng sind, so ist das kein Schaden, es muessen ja nicht alle zwangslaeufig um einen Tisch sitzen. Ist es eine kleine Einzimmer-Wohnung, dann kann man auch auf der Bettkante oder noetigenfalls auch auf dem Fussboden sitzen. Das tut der Gemuetlichkeit keinen Abbruch. Das Generalthema duertfe sein „Wie setze ich die Gebote der Bibel in den Alltag um?“ In diesem kleinen Kreis ist es eher moeglich, zu brauchbaren Ergebnissen und das bezogen auf jeden Teilnehmer, zu kommen.

Ein Hauskreis sollte auf jeden Fall „Theologen-frei“ sein. Nicht gelerntes Wissen sollte im Vordergrund stehen, sondern Bibel- und Lebens-Erfahrung im Alltag. Die Theologie hat uns bisher nur in grosse Glaubensverwirrung gebracht,  deshalb trachten wir zurueckzukehren „back to the roots“ (zurueck zu den Wurzeln). Erfahrungsgemaess ist es ja so, dass derjenige, welcher sich gut auf ein (persoenliches) Thema vorbereitet und sich damit auseinandersetzt, am allermeisten profitiert. Fuer Schwache im Glauben ist das der beste Weg, im Glauben zu wachsen und vielleicht ist es fuer die anderen ganz gut, sich in Geduld zu ueben. Das ist dann echte bruederliche Liebe. Und ausserdem beherzigen wir die Worte Pauli „Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, (er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung). Lasst es alles geschehen zur Erbauung!“ Es ist kein Vergehen, die Zungenrede recht huebsch beiseite zu lassen, denn Weissagungen und Offenbarungen koennen auch ohne „Zungenrede“ weitergegeben werden!

Fuer den Ablauf gibt es ebenfalls keine Regel. Es wird sich ohnehin bald ein „Strickmuster“ herauskristallisieren und wie dieses aussieht, ist nicht von Wichtigkeit. Von Wichtigkeit aber ist der Stellenwert des Gebets. Auch kann als Einstieg ein Video oder eine MP3-Datei abgespielt werden, aber diese sollte nicht laenger als maximal fuenfzehn Minuten dauern.

 

 

Jesus segne und behüte dich, lasse Sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig!