Mittwoch, 20. Juni 2012

Gerettet im Paradies oder geheiligt im Himmel?

Die meisten Brüder und Schwestern sind der Meinung, dass das Paradies und der Himmel identisch seien.  Sie glauben, dass der Schächer am Kreuz nach seinem Hinschied mit Jesus in den Himmel eingehen konnte. Aber sind der Himmel und das Paradies ein- und dasselbe?


Der Begriff des Paradieses hat zwei Möglichkeiten seines  Ursprungs. Erstens ist es das griechische Wort Paradeisos, was “Garten Eden” bedeutet. Zweitens kann das deutsche Wort Paradies auch so abgeleitet werden: Para-Dies, so wie die Begriffe Militär – Para-Militär, Psychologie – Para-Psychologie, so heisst das Diesseits – Para-Dies(seits), also ganz einfach: das Jenseits. Beide Begriffserklärungen kommen schlussendlich aufs selbe hinaus. Wenn Jesus zum Schächer gesagt hat “Noch heute wirst du mit mir im Jenseits sein", dann ist das soviel, wie mit Jesus im Paradiese zu sein! Wäre der Himmel und das Paradies dasselbe, so hätte Jesus ziemlich sicher gesagt: “Noch heute wirst du mit mir im Himmel sein.

Wenn wir also den Begriff  Paradies mit Garten Eden übersetzen, was auch naheliegender ist, dann ersehen wir doch sehr viele und sehr grosse Unterschiede zum Himmel.

Gott erschuf nicht nur eine sichtbare Welt, sondern auch eine unsichtbare und der Mensch lebte sowohl in jener als auch in dieser. Das war damals kein Problem sondern der Normalzustand, denn wir lesen in Mose 3, dass Adam und Eva Gemeinschaft mit Gott hatten – mit Gott, der ja Geist ist – denn Er wandelte im Garten Eden.


"Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter den Bäumen des Gartens." (1.Mose 3. 8)


Die Welt bestand also von Anfang an nicht nur aus dem, was man sieht, sondern auch aus dem, was man nicht sieht und das war für die Menschen normal; sonst hätten sie ja keine Gemeinschaft mit Gott haben können, den man nicht sieht – oder den wir zumindest heute nicht sehen können. Und trotzdem wohnte auch die Sünde im Garten Eden. Die Schlange, die Verführerin wohnte ebenfalls im Garten Eden und sie verführte Eva. Wäre das auch im Himmel möglich? Wohl kaum!


Dreimal wird im Neuen Testament der Begriff Paradies erwähnt. Einmal wie schon erwähnt, im Luk. 23. 43 mit dem Schächer am Kreuz, dann im 2. Kor 12. 4 “ … daß er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, welche keinem Menschen zu sagen vergönnt ist.” Hier spricht Paulus im Vers 2 vom 3. Himmel. Ich komme weiter unten noch darauf zurück. Die dritte Erwähnung finden wir in Off 2. 7: “Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher im Paradiese Gottes ist.” Hier ist die Rede offensichtlich wieder vom Garten Eden, denn dort stand ja auch der verhängnisvolle Baum des Lebens - nur mit dem Unterschied, dass dieser beim Sündenfall noch nicht gesegnet war.

Paulus sprach davon, wie er in den dritten Himmel entrückt wurde: “Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren (ob im Leibe, weiß ich nicht, oder ob außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es) bis in den dritten Himmel entrückt wurde.” (2. Kor 12. 2). Dieser Vers gibt uns viele Hinweise.  Wenn es einen Dritten Himmel gibt, so gibt es auch einen Zweiten und einen Ersten. Das heißt, es gibt verschiedene Stufen, die offensichtlich mit dem Grad der Heiligung der Bewohner dieser Himmel zu tun haben. Jesus sagt: “In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wo nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.” (Joh. 14.2)

Kehren wir zurück zum Thema Gerettet im Paradies. Viele Glaubensgeschwister kennen nur eine Seligkeit: Gerettet sein. "Gerettet sein durch den Glauben", das ist das Seligkeits-Evangelium der Freikirchen. Ohne Werke, allein durch den Glauben wie in Röm. 8 und im Galaterbrief beschrieben, wird man nicht durch Werke, sondern nur durch den Glauben allein gerecht. Als lebendiges Zeugnis dient, wie immer, der Schächer am Kreuz. Dieser hatte keine Werke, sondern nur den Glauben – er wurde gerettet.

Doch was heißt gerettet? Paulus formuliert das so: “ … wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so, wie durchs Feuer hindurch.” (1. Kor 3. 15) Dieses Gerettet-sein einer Seele ohne Werke (der Nächstenliebe) ist wie wenn ein Mensch von der Feuerwehr aus einem brennenden Haus gerettet wird und bewusstlos, mit schwarzem Gesicht auf der Bahre liegt, unfähig, auch nur Danke zu sagen. Ja, man kann schon sagen, diese Rettung ist der Himmel für ihn. Aber mit dieser Rettung steht er nackt da, alles was er hatte, wurde verbrannt. Es ist nicht übertrieben, wenn wir sagen, dass die Errettung die unterste Stufe der drei besagten Himmel ist. Eben das Paradies. Diese Errettung ist der Lohn seines Glaubens, seiner Bekehrung, der Übergabe seines Lebens an Jesus. Das ist der Anfang. Auf dieser Erde aber haben wir Gelegenheit, diesen Glauben zu leben, diesem Glauben Werke folgen zu lassen. Neben den Werken der Nächstenliebe ist auch die Heiligung gemeint, denn etwas Unreines kann bekanntlich nicht in die Himmel eingehen.

Dass die alleinige Errettung erst der Anfang des Himmelsweges ist, geht auch aus Apg. 2.21 hervor: “Und es soll geschehen, daß jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, errettet werden wird.” Diese Erretteten sind noch nicht Überwinder. Sie haben noch nicht den Sünden widerstanden aufs  Blut und die Welt mit ihren Begierden und Lüsten noch nicht überwunden. Aber sie sind gerettet vor dem Zorngericht Gottes.

Deshalb tun wir gut daran, nebst dem alleinigen Glauben an das Kreuz Jesu auch die Werke aus dem Glauben zu vollbringen, wie es der Wille Gottes ist. “Nicht jeder, der zu mir sagt: « Herr, Herr », wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.” (Mt. 7. 21) Und was ist der Wille Gottes? “Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr euch der Unzucht enthaltet;” (1. Th 4. 3)

Also damit haben wir gesehen, dass es einfacher ist, errettet zu sein oder zu werden, aber es unsere ganze Selbstverleugnung erfordert, die Welt zu überwinden um ins Himmelreich einzugehen.



Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.