Mittwoch, 25. April 2012

Christ und Ehebett


NEU:  Der Aufsatz "Christ und Ehebett" kannst Du als eBook downloaden!
siehe hier (alle 5 Teile)
Die Diskussion findest Du im Forum

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Siehe auch den Aufsatz "Unzucht und Unkeuschheit im Ehebett"


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Dies ist sicherlich ein Thema, wo die gängige Kirchenlehre kaum eine gefährliche Gratwanderung macht. Ganz einfach deshalb, weil darüber nicht gesprochen wird. Jedenfalls bis jetzt nicht darüber gesprochen wurde. In unserem Kulturkreis ist das eheliche Geschlechtsleben bei Christen ein Tabu-Thema.

Kein Tabu ist dieser Gegenstand in Amerika, zumindest nicht bei einem angeblich sehr bekannten und einflussreichen TV(!)-Pfarrer Reverend Robertson. Auf die Frage "Ist Oralsex zwischen Mann und Frau in einer Ehe eine Sünde?" antwortet er: "Oralsex ist ok!", denn sein Postulat ist "Gott als Schöpfer hat auch den Sex erschaffen".

Damit werden gleich zwei schwerwiegende Bedenklichkeiten offenbar. Zum einen ist es die angesprochene Sache selbst, worauf ich nachher näher eingehen will, zum andern ist es das Wesen der TV-Predigten im Allgemeinen. Hier sage ich Thank you Reverend Pat Robertson, dass Sie das Wasser auf meine Mühlen gießen! Oft werde ich nämlich darauf angesprochen, dass ich den Fernseher nicht derart verteufeln dürfe, da er doch auch gute Dienste erweisen kann. Zum Beispiel bei Kranken, ans Bett Gefesselte, die keinen Gottesdienst besuchen können.

Auf den ersten flüchtigen Blick ist das ein recht gutes und brauchbares Argument, nicht? Schaut man aber näher hin, so muss man erkennen, dass bei nahezu allen TV-Gottesdiensten durchwegs das softe Seligkeits-Evangelium gepredigt wird, das Evangelium vom Kreuz aber, von dem hört und sieht man nichts. Aber das ist absolut erklärbar. Im Fernsehen muss den Zusehern nach dem Mund geredet werden, weil eine hohe  Zuschauerquote als Indiz für eine gute Predigt gilt und dementsprechend dann auch die Werbung verkauft oder Spendengelder eingenommen werden kann. Es ist das Selbe wie hier in diesem Blog. Würde ich das Seligkeits-Evangelium predigen, so hätten wir tausende statt wie jetzt "nur" ein paar Hundert Leser. Da halte ich es mit Paulus: "Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zu Dienst? Oder gedenke ich, Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht. " (Gal. 1, 10)

Nun aber zurück zum Ehebett. Um es ganz klar zu sagen, ich rede von einer heterogenen Ehe, nicht von einer homosexuellen, denn darauf kommen wir ein anderes Mal zurück. Ist also Sex in der Ehe für Christen verboten? Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Aber – und hier kommt es auf die Feinheiten an.

Wenn die Heilige Schrift von Unzucht spricht, so spricht sie das Geschlechtsleben außerhalb der Ehe an und hier äussert sie sich ganz klar, indem man die Unzucht meiden soll. Dies nicht nur in der Tat, sondern schon in Gedanken: "Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen." (Math. 5. 28)

Wenn die Heilige Schrift davon spricht ein enthaltsames Leben zu führen und die fleischlichen Begierden zu überwinden, so ist dies als Gebot und nicht als Verbot zu sehen. Auch Paulus sagt: "Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser zu heiraten, als sich in Begierde zu verzehren." (1.Kor. 7. 9)

Nun denn, warum also dieses Aufhebens? möchtest Du vielleicht fragen. Aus zwei Gründen will ich dieses wichtige Thema etwas vertiefen. Der erste Punkt ist das Freiwerden von den fleischlichen Gelüste. Diese beziehen sich ja nicht nur auf den Gaumen, sondern berühren vielmehr noch den Geschlechtstrieb, der ja oft weitaus stärker ist. Der Geist Gottes, welcher in unserem Herzen das Ebenbild Gottes darstellt, oder vielmehr noch, ein Teil Gottes ist, ist gefangen, gefesselt, inaktiv und jeder Möglichkeit beraubt, tätig zu sein, wenn die fleischlichen Lüste in welcher Form auch immer, noch vorhanden sind. Erst wenn die Seele frei von diesen verderblichen Bindungen ist, kann der Geist Gottes im Herzen frei werden. Deshalb ist es besser, wenn man auch in der Ehe enthaltsam lebt und bestrebt ist, alle Leidenschaften, Begierden und Gewohnheiten abzulegen

Der zweite Punkt aber, von dem hört und sieht man in den Gottesdiensten und auch in den freikirchlichen Jugendgruppen nichts, wo allenfalls noch das Thema der vorehelichen Beziehungen erörtert wird.

Von der Ernährungslehre her wissen wir, dass Samenkörner für die Ernährung wichtig sind und besonders viele Vitamine und Spurenelemente haben. Aber auch der geistige Aspekt der Samenkörner ist sehr wichtig, denn darin ist das eigentliche und wahre Leben des Schöpfers vorhanden. In einem Samenkorn liegt die gesamte Reproduktion mit dem gesamten Bauplan. Nirgendwo in der Natur ist das Leben derart "jungfräulich" wie in einem Samenkorn. Nur – und das ist hier das Wichtigste – dieses Samenkorn muss reif sein. Ein unreifes Samenkorn ist für die Reproduktion und auch im Nährwert, absolut ungeeignet. Jedes Samenkorn braucht die dafür vorgesehene Zeit zur Ausreifung.

Und damit ist auch schon klar, was ich damit sagen möchte. Ebenso ist es beim menschlichen Samen! Ein Mann, der wöchentlich oder sogar täglich seinen Erguss hat, hat niemals ausgereiften, kräftigen und gesunden Samen! Für die Reproduktion, sprich um ein gesundes und kräftiges Kind zu zeugen, taugt solcher Samen nicht!

Für die Erzeugung einer gesunden Frucht, ein für Krankheiten widerstandsfähiges Kind, braucht es viel Verantwortungsbewusstsein. Lebt man in der wirklichen und wahren Liebe zu Gott, so ist dieses Verantwortungsbewusstsein eine Gabe des Geistes und wenn die ganze Seele auf den Himmlischen Vater ausgerichtet ist – und zwar vom Mann wie von der Frau! – dann fällt die Enthaltsamkeit leichter.

Wie wir sehen, ist Sex im christlichen Ehebett weniger eine Frage von Verbot und Gebot, als vielmehr eine Frage von der Wahrhaftigkeit der Beziehung zu Gott. Schafft man es, enthaltsam zu leben und den Samen zur Zeugung einer menschlichen Frucht ein Jahr oder länger reifen zu lassen, (oder besser: überhaupt nur zur Zeugung zu verwenden) dann darf man mit der allergrössten Sicherheit mit dem Segen des Himmlischen Vaters rechnen, dass Er Seine Hand bleibend auf dem Kind hält und es das ganze Leben begleiten wird! Dass dieses Kind ein Engel sein wird, ist vielleicht nicht nur ein geflügeltes Wort …

Fortsetzung Teil II


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Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.