Mittwoch, 7. September 2011

Die innere Stimme Gottes

Diese Frage bewegt viele Christen. Wie spricht Gott zu uns? Gibt es eine innere Göttliche Stimme und wie kann man diese von den unreinen Stimmen, die ja offensichtlich auch vorhanden sind, unterscheiden? Oder spricht Gott ausschliesslich durch Sein Wort, die Bibel zu uns?

Kürzlich hatten wir in einem christlichen  Diskussionsforum (www.condition.ch), an dem ich regelmässig teilnehme, diese Frage erörtert. Da schreibt jemand stellvertretend für viele Gemeinde-Christen: " … es sind viele Stimmen in der Welt auch in uns. Der Teufel spricht zu unseren Gedanken ..." und "…ich glaube vielmehr, dass Jesus uns immer in Sein Wort führt. Wenn uns etwas bewegt, kann es sein, dass der Herr durch sein Wort zu uns spricht und auf eine bestimmte Stelle den Finger legt, uns eine Bibelstelle besonders auffällt ...".
Tja, die Meinung dieser Person ist natürlich nicht falsch, aber beinhaltet sie die ganze Wahrheit? Spricht in uns immer und nur der Teufel und wenn wir den Willen Gottes vernehmen wollen, ist dann einzig und allein die Bibel die Quelle? Wirft man nur schon diese Frage auf, so hat man damit zu rechnen, als Ketzer verunglimpft zu werden. Denn für viele Gemeinde-Christen in unserer Post-Korinthischer Zeit ist die Bibel die absolut oberste Autorität. Dass die Heilige Schrift die absolute Wahrheit darstellt, das soll auch in keinerlei Hinsicht in Zweifel gezogen werden. Aber ist die Wahrheit, eben der Wille Gottes, ausschliesslich in der Bibel zu suchen?
Es ist die Bibel selbst, welche lehrt, dass die Innere Führung, die innere Stimme Gottes höher steht als jede äußere Belehrung, was ja eine jede Schrift im Grunde genommen ist. Es ist die Bibel, welche uns den Weg von dem äußeren Wissen in die innere Weisheit führt. Johannes sagt in seinem ersten  Brief "Und ihr, die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand belehre …" (2.27) Johanes wusste, dass es die Salbung ist, welche uns das nötige Licht, die Göttliche Weisheit gibt. Die Salbung ist die Zunahme und das Wachsen des Geistes Gottes in uns bis zum Erreichen der vollen geistigen Wiedergeburt der Seele. Dieses Wiedergeboren werden ist dann die eigentliche Salbung, welche aber nicht von heute auf morgen geschieht, sondern nach und nach.
Die innere Stimme Gottes gibt es also, und wer geübt ist, auf diese zu hören, der vernimmt sie auch recht deutlich in den Gedanken. Aber auch das geschieht nicht von heute auf morgen, sondern nach und nach. Der Weltmensch, also die Seele, welche nach den Gesetzen des Natütlichen Lebens lebt, vernimmt die Stimme Gottes auf eine ganz einfache Weise. Es ist sein Gewissen. Die Seele spürt, wenn sie sich außerhalb der Ordnung Gottes aufhält, dass dies nicht in Ordnung ist. Sie spürt aber auch die Zustimmung, wenn sie ein Liebeswerk am Nächsten verübt. Das ist die Stimme Gottes in einer ganz einfachen Weise.  Wer aber die innere Gewissens-Stimme mutwillig übergeht und sich in keinerlei Weise von ihr leiten lässt, dort bildet sich dieses  Gewissen zurück und wehe demjenigen, der kein Gewissen mehr hat! Diese Seele ist bar jeder Göttlichen Führung! Was natürlich nicht heißen will, dass sie bar der Göttlichen Liebe ist, denn Gott liebt jeden, sei er noch so mit der Hölle verstrickt, aber es ist für eine solche Seele dann äusserst schwer, dass sie wieder freiwillig umkehrt.
Der Weltmensch hat aber im Gegensatz zum feinfühligen Gewissen noch eine recht deutlich zu vernehmende innere Stimme.  Und das ist das, was die obenerwähnte Person im Diskussionsforum schrieb: " es sind viele Stimmen in der Welt auch in uns. Der Teufel spricht zu unseren Gedanken".  Die Seele, welche sich nach der Materie orientiert, erfährt ebenfalls eine innere Führung, nur sind das nicht die guten Mächte, sondern die Fürstentümer und Gewalten, welche das Gedankenleben benützen, um eine Seele auf ihre Weise zu führen und zu leiten. Direkt ins Verderben.

Jetzt kommt etwas ganz wichtiges, dass sich jeder Gemeinde-Christ unauslöschlich im Gedächtnis behalten sollte: Christen, welche an die Sündenvergebung Jesu durch Sein Blut und sich wiedergeboren glauben, aber sich  immer noch der Liebe zur Welt (Fernseh-Freunde und Geniesser der Geschlechtlichen Liebe) hingeben, die haben sehr wohl eine feine und zarte innere Führung durch Jesus Christus, aber auch eine weitaus deutlichere innere Führung durch den Weltgeist, dem Fürsten dieser Welt!  Diese beiden Stimmen sind dann sehr, sehr schwer auseinanderzuhalten! Ist es nicht auch Johannes, welcher eindringlich mahnt: "Habt nicht liebe diese Welt, denn wer die Liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters." (1. Joh. 2, 15 ff - bitte das ganze Kapitel lesen!!)?
Wir können hier eine interessante Schlussfolgerung ziehen. Wenn also jemand Bedenken äussert, dass  die Innere Stimme sehr wohl von Jesus als auch vom Teufel sein kann, dann gibt er kund, dass die Stimme der Welt noch sehr deutlich in ihm ist! Hier ist also Höchste Zeit, dass sich die Seele von der Materie, von der Weltliebe mit allen ihren Sinnesreizen, Leidenschaften, Begierden und Angewohnheiten schnellstmöglich und konsequent löst, damit eine innere Gewissheit entsteht, dass die Einflüsse des Weltfürsten deutlich erkannt werden kann. Bis zur vollen Wiedergeburt ist diese Stimme immer mehr oder weniger vorhanden, aber das ist weiter nicht schlimm, wichtig ist vor allem, dass sich die Gabe der Geisterunterscheidung ausbildet. Ein erkannter Feind ist nur noch ein halber Feind!
Der Nachfolger Jesu, welcher sich konsequent von der Weltliebe löst, der erkennt immer deutlicher die Innere Stimme Gottes, er erkennt immer mehr, was der Wille Gottes in einer jeden Alltagssituation ist und wer dieser Inneren Stimme bereitwillig und im vollen Vertrauen gehorcht, der erlebt ein inniges Verhältnis mit dem im Herzen lebenden Christus Jesus, welcher eben der Geist Gottes ist.
Ist ein Mensch auf diesem zum Himmlischen Vater führenden Heimweg, der darf sich dann eines Tages freuen, dass sich Jesus nicht nur in Gedanken kundtut, sondern sich der Seele in deutlich vernehmenden Worten erkennen lässt. Das, meine lieben Geschwister, das ist das Ziel, und diesem Ziel wollen wir folgen, denn in dieser Welt sind wir ja Fremdlinge und haben da keinerlei Bürgerrechte und noch weniger Verpflichtungen! Lassen wir und von der Liebe zu Gott und dem Nächsten leiten und wir können gewiss sein, dass Jesus Christus uns auf dem richtigen Weg führt!



Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.