Mittwoch, 29. September 2010

Zeichen der Wiedergeburt (3)

Wille, Kraft

Der oft mühevolle Weg von der Erweckung zur vollen Wiedergeburt ist unter anderem gekennzeichnet durch das lebendige Verlangen, die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Begierde auf der einen Seite und die Wünsche und den Willen Gottes auf der anderen Seite zu erkennen und sich im Alltag nach den Letzteren zu richten. Nur mit dem stärksten Willen zum erfolgreichen Erlangen dieses hären Zieles ist die volle Wiedergeburt erst möglich. Wem die eigenen Begierden noch im Wege stehen, der kann den eigenen Willen nicht vom Willen Gottes unterscheiden und demzufolge nicht vorbehaltlos nach dem alleinigen Willen Gottes handeln! Der Wiedergeborene, wenn er die letzte Stufe dieser Heiligung erreicht, indem er alle seine Begierden und Bedürfnisse überwunden hat, muss aber dann nicht mehr mühsam nach Seinem Willen forschen, denn bei ihm lebt nun der Geist Gottes ganz frei und das geheiligte Gotteskind handelt im Willen Gottes so, wie es sein eigener Wille wäre. Er ist sich gänzlich abgestorben, sucht nichts mehr Eigenes in dieser Welt, als nur noch die reinsten Interessen Gottes.

Der Wille ist die Kraft der Liebe. Je stärker die Liebe zu Gott ist, desto stärker wirkt auch die Göttliche Kraft, was sich dann im Willen widerspiegelt. Die Liebe Gottes zu Seiner ganzen Schöpfung ist die stärkste Kraft im gesamten Universum. Diese Liebe ist in der jetzigen Erlösungsperiode darauf ausgerichtet, dass Seine Schöpfung erlöst wird. Darauf wird vor allem in der geistigen Welt darauf hin gearbeitet, was die Menschen mit ihren grobstofflichen Augen nicht wahrnehmen können. Deshalb können auch nur jene Menschen in diesem Erlösungswerk erfolgreich mitwirken, welche die Geistigen Zusammenhänge voll erkennen können. Eine wirkliche, geistige Berufung erfolgt deshalb erst kurz vor der Vollen Wiedergeburt, wenn die Voraussetzungen bezüglich dem Handeln im Willen Gottes vorhanden sind.

Leben in der Ordnung Gottes

Wie schon oben erwähnt, ist der Geist Gottes im Wiedergeborenen frei und allen seinen engen Banden durch die Sünden ledig geworden. In der Erweckungszeit hat das angehende Gotteskind gelernt, gegen die Sünde zu kämpfen und sie auch in jeder Versuchung zu überwinden. Der Schreiber des Hebräerbriefes mahnte seine Gemeinde "Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde" (12,4), weil sie in diesem Punkt einfach nicht weitergekommen sind.

Paulus sagt das mit seinen typischen markanten Worten zu den Galatern, welche dasselbe Problem hatten: "Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden." (5,24) das Fleisch gekreuzigt heißt aber, es lebt nicht mehr, es ist tot. Dies ist aber eine Entsprechung, Paulus meinte ja nicht, dass man dem Leben des Fleisches ein Ende setzen sollte. Er meinte vielmehr, dass jedes einzelne der Abertausenden von Geister(chen) aus dem das Fleisch - wie die Materie schlechthin - besteht, für diese fleischlichen Begierden steht, sie entfachen und befriedigt haben will. Diese innere Natur muss überwunden werden, was der Wiedergeborene auch geschafft hat. Weil er diese innere Natur dominiert, kann er auch über die äussre Natur herrschen, was aber nicht in dieses Kapitel gehört. Wichtig ist für uns im Moment, dass die Sünde dem voll Wiedergeborenen nichts mehr anhaben kann. Er sündigt nicht mehr, ja, er kann gar nicht mehr sündigen! Daran erkennt man, dass eine Seele wiedergeboren ist, dass sie heilig ist und nicht mehr sündigen kann. Es sei dann, dass sie es willentlich täte mit grossem und klarem Vorsatze. Aber das wäre dann die Sünde wider den Heiligen Geist.

Ernst (Beharrlichkeit) und Geduld

Eine wichtige Eigenschaft des Heiligen Geistes ist der Ernst. So auch der vom Heiligen Geist erfüllte Wiedergeborene. In seinem von Gott geführten Leben gibt es keine Halbheiten. Dem Wiedergeborenen scheint es immer wieder und immer mehr, dass er von der Welt in jeder Hinsicht ins Abseits gedrängt wird. Die Wahrheit, die er durch den Geist Gottes verkündet und vertritt, glaubt ihm die Welt nicht – und nicht nur die Welt, sondern auch die Religiösen nicht. Sein größter Widerstand sind die Kirchen, welche im Endeffekt den lebendigen und in Seiner ganzen Kraft wirkenden Geist Gottes mit der Bibel in der Hand bekämpfen! So widersprüchlich das klingen mag, schon diejenigen Gesegneten, welche auch die volle Wiedergeburt noch nicht ganz erreicht haben, kennen dieses Problem. Der Geistgetaufte steht alleine da und in dieser finalen Endzeit kann er keine großen Massen mehr ansprechen, es sind nur ganz wenige, welche ihre Herzen für das Göttliche Licht nicht verschlossen haben. Die Liebe ist schon heute derart erkaltet in den Massen, dass selbst sogenannte Wunder nicht einmal mehr vermögen, die Menschen zum Glauben zu nötigen!

So könnte er mit dem rein menschlichen Willen in diesem ungeheuren Kampf gegen die Finsternis nicht mehr bestehen. Rein die totale Ausrichtung auf Gott, auf dessen Geist, vermag ihn als Bollwerk gegen die Sünde zu halten und zu kräftigen. Dieser Ernst ist eng mit der Göttlichen Geduld verbunden. Dieser Eigenschaft des Geistes haben wir es selbst zu verdanken, dass wir überhaupt den Erlösungsweg Jesus Christus erkannt haben. Stellen wir uns mal vor, wie wir vor Äonen einst im Göttlichen Frieden unser Dasein hatten, in der selbstlosen Liebe, in der Nähe unseres unsichtbaren Schöpfers und Gottes. Dann, über eine überaus lange Epoche hatten wir uns unserem unsichtbaren Gott mehr und mehr entfremdet, hatten uns dafür mehr und mehr, langsam und unmerklich, auf den Erstgeschaffenen Engel ausgerichtet bis dieser uns zu einem sichtbaren Gott geworden ist. Wir haben ihm geglaubt, denn er war das geistige Licht für uns. Als wir aber – ich betone: über lange Zeitepochen hinweg – uns vom Schöpfer derart entfernt hatten, bis das Mass der Treulosigkeit Ihm gegenüber derart voll war und sich Luzifer derart auch für ihn unsichtbaren Gott überhoben hat und wir alle schliesslich in die Tiefe sausten.

In diesem Moment begann auch schon der Rückführungsprozess und dieser ist das einzigartige Zeugnis der Geduld Gottes. Über eben dieselbe lange Zeitepoche hat Gott in Seiner Langmut Seele um Seele wieder für den Rückweg gewinnen können – und es waren Milliarden! Bis dann vor einigen Jahren Adam, als einer der Besten, sich auf die eigens zu diesem Zweck geschaffene Erde inkarnieren konnte. Wieviel Geduld ist von Seiten Gottes vonnöten gewesen, um nur einige Wenige bis heute wieder in die Nähe dahin zu bringen, von wo wir einst ausgegangen sind! Ja, er musste dafür selbst erst Mensch werden und sich von der räudigen Menschenbrut peinigen und töten lassen.

So bekommen wir einen kleinen und sehr unvollständigen Begriff von der immensen Geduld Gottes.

Wenn wir uns dann noch weiter bewusst werden, wie viel Langmut Er mit uns haben muss bis wir uns – einmal als inkarnierte Seele auf dieser Erde - dann endlich von der Weltliebe, ihrer Begierden und Sinnesreizen getrennt haben, so dürfen wir wohl bekennen, Gott bleibt mit uns wirklich nichts erspart!

Und genau diese Göttliche Geduld ist eines der Wahrzeichen eines Geistgeborenen. In seinem Alltag gibt es keine Hast, keine lange Reden, sondern nur Worte und sieht dann zu, wie sie in den betreffenden Herzen wirken – wie Samenkörner in die Erde gesät, langsam und unter bester Pflege herrlich zur Göttlichen Bestimmung gedeihend.



Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.

Mittwoch, 22. September 2010

Zeichen der Wiedergeburt (2)

Nun kommen wir zu den eigentlichen Zeichen der Wiedergeburt. Wenn nun die Seele voll und ganz mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, so manifestieren sich logischerweise auch die Eigenschaften des Heiligen Geistes. Das sind die Eigenschaften Gottes:

Liebe

Der vollendete Mensch, der Wiedergeborene, ist erfüllt mit dem Heiligen Geist, also der vollkommenen Liebe Gottes. Seine Liebe zu Gott steht über allem und nichts kann ihn von dieser Liebe abbringen. Er liebt Gott mehr als sein Leben: einerlei ob er im Fleisch ist oder nicht, die Nähe zu Jesus ist ihm das einzige, was ihn beseelt.

Gott ist die Quelle des Seins. Die Quelle des Lebens. Ohne Gott kann es kein Leben geben. Das Leben ist die Manifestation der Liebe. Der Wiedergeborene erkennt sich im Eins sein mit Gott, mit Christus und den Mitmenschen. Überall wo Leben ist, ist Gott, ist Geist. Und überall wo Geist ist, gibt es nur ein Eins sein, da der Geist immer vereint, aber niemals trennt und teilt. Somit gibt es nur eine Liebe und ein Leben, und alle Menschen sind Teile dieses einen Lebens und dieser einen reinen Liebe – eben Teile oder Ebenbilder Gottes. Da er Gott und somit Jesus Christus erkennt, hat er das Ewige Leben in sich. Da Jesus die Welt überwunden hat, kann der Wiedergeborene dank der Erfüllung mit Seinem Geist die Welt, die Materie und das, was in der Welt ist, ebenso überwinden. Der wiedergeborene Mensch hat kein Leben aus sich, es ist das Leben Christus welches allein durch Seine Göttliche Liebe ihm nun vollumfänglich zur Verfügung steht. Er ist getauft mit der vollkommenen heiligen Liebe Gottes.

Nächstenliebe

Dem Wiedergeborenen begegnet Jesus Christus täglich viele Male. Da nur Jesus das eigentliche Leben in ihm ist, ist er sich auch bewusst, dass in jedem Mitmensch auch nur Gott das Leben sein kann, denn niemand hat das Leben aus sich selbst. Alle Mitmenschen, ob gut oder schlecht, haben das Leben durch die Liebe Gottes und somit lebt Jesus Christus in allen Menschen. Aber nicht nur die Menschen, sondern die ganze lebende Natur mit der Tier- und Pflanzenwelt ist Leben aus Gott und deshalb sieht der Wiedergeborene überall und in jedem nur die Liebe Gottes. In dieser Liebe, was eigentlich ja das Himmelreich bedeutet, manifestiert sich Jesus Christus, Gott, der Vater und Schöpfer aller Dinge. Der Wiedergeborene hat die Erkenntnis Gottes, weil er die Liebe und das daraus hervorgehende Leben erkennt, sieht und lebt.

Diese Wahrheiten können natürliche Menschen, die das Wort Gottes auf ihre natürliche Weise verstehen, nicht erfassen. Nur der Geistige Mensch, der im Prozess der seelisch/geistigen Entwicklung steht und zumindest die Weltliebe überwunden hat und demzufolge ihm der Geist Gottes schon ein gewissen Licht vermitteln kann, kann diese Wahrheit wenigsten teilweise nachvollziehen.

Die durch Gottes Geist wiedergeborene Seele kann nicht mehr verletzt werden. Beleidigungen nimmt sie nicht mehr als solche wahr, weil er weiß, fühlt und geistig sieht, wie nichtwiedergeborene Seelen noch krank und verletzt sind. Beleidigungen ruft in ihm von selbst das Gefühl des Erbarmens hervor.

Die Quelle der Liebe ist immer Gott. Beim Wiedergeborenen schliesst sich der Kreislauf der Liebe, weil sie bei ihm keinen Widerstand findet und diese Liebe ungehindert über die Mitmenschen wieder zu Gott zurückkehrt. Durch diese allseitig verteilte Liebe vermehrt sie sich ähnlich wie im natürlichen leben die Zellteilung (im Grunde genommen ist die Zellteilung nichts anderes als eine geistige Entsprechung der offenbarten Göttlichen Liebe). Das sind dann die Ströme des ewigen Lebens, die von den Lenden dieser begnadeten Seele, beziehungsweise dieses Menschen fliesst.

Licht

Der Vater ist in der Entsprechung die Liebe. So wie aus dem Vater der Sohn hervorgeht, so geht aus dem Liebefeuer auch das Licht hervor. Aber beide gehen zusammen, wie die natürliche Sonne, das Licht aus dem Feuer hervorgeht. So sagte Jesus von sich "Ich bin das Licht" und "Wer mich sieht, sieht den Vater" und "Ich und der Vater sind Eins". Das heißt, die Liebe und das Licht sind Eins.

Was aber ist das Licht in dieser Entsprechung? Es ist die Erkenntnis, die Weisheit, die Wahrheit und das Wort. Diese Eigenschaften des Heiligen Geistes werden in der durch Ihn erfüllten Seele des Wiedergeborenen offenbar. Da der Geist der Liebe als Vater sichtbar wird, wird auch der Sohn als das Licht ebenso sichtbar. "Der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefe der Gottheit" (1.Kor. 2,10) Dadurch erkennt die Seele Gott, sein Wesen und Sein Reich tiefer als es in Seinem Wort beschrieben ist. Die wiedergeborene Seele wird nicht mehr von Menschen oder Bücher ge- und belehrt, sei es durch Predigten oder Bücher. Alles was er wissen will und für die Weinbergsarbeit wissen muss, wird ihm klar von Innen gegeben. Alles erhält er direkt vom Geist Gottes, wie Johannes es folgendermassen ausgedrückt hat: " Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm." (1.Joh.2,27)

Wenn der Wiedergeborene spricht, dann spricht er nur, wenn er vom Geist getrieben wird. Er spricht nicht aus sich selbst, sondern spricht, was der Geist ihm ins Herz oder auf die Zunge legt. Alles was der Wiedergeborene sagt, sind Göttliche Wahrheiten. Loses Geschwätz (Witze, Klatsch, Tratsch über Sünden Dritter) hört man niemals von ihm, sie sind ihm ein Gräuel.

Der Wiedergeborene spricht zu jedem Menschen das, was dieser nötig hat zu wissen. Durch das offene Geistige Auge sieht er bei jedem Menschen seine Nöte und das, was er benötigt, um durch das bereits vorhandene Licht neue Erkenntnisse zu erlangen.

Die mit dem Heiligen Geist getaufte Seele lebt in der Wahrheit. Der Leib und vor allem sein Gesicht wiederspiegelt ehrlich seine inneren Empfindungen, das sind Sanftmut, Friede, Demut und Harmonie. Eine Lüge kommt nie über seine Lippen. Lügen sind auch, wenn das Gesicht oder die Gebärden etwas anderes sagen, als die Seele empfindet!

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.

Mittwoch, 15. September 2010

Zeichen der Wiedergeburt (1)

Wie in der Einleitung schon erwähnt, kann die heutige Lehre in den meisten Freikirchen einer umfassenden Prüfung mit dem Reinen und Vollen Evangelium nicht standhalten. Zu viele Abstriche wurden gemacht und eigenwillige Auslegungen, welche vom Zeitgeist geprägt wurden um die modernen und aufgeklärten Zuhörer nicht zu verärgern, sondern um sie zu erbauen und zu trösten, haben sich eingeschlichen. Heute wollen wir uns einmal mehr mit der Wiedergeburt beschäftigen. Beachte bitte auch den Aufsatz "Erweckung und Wiedergeburt", der vor der Lektüre dieses vorliegenden Aufsatzes gelesen werden sollte. Hier geht es um die Zeichen der Wiedergeburt, oder anders ausgedrückt, woran kann ich erkennen, dass ich wiedergeboren bin?

Ist jemand wiedergeboren, so gilt: "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden" (2.Kor.5,17). Das ist nun der erste Ansatz, bei dem sich der Christ fragten muss, ist bei mir wirklich "alles neu geworden", ist das "Alte wirklich vergangen"?

Bevor wir uns nun in die Tiefe der Weisheit wagen, wollen wir noch den Begriff der Wiedergeburt klären. Die meisten Christen wähnen sich wiedergeboren, wenn sie sich bekehrt haben und eine emotionale Segnung von Jesus Christus erfahren haben. Diese spontane Segnung ist dadurch zu erklären, dass wenn ein Sünder Sündenerkenntnis erlebt und Busse tut, sich der ganze Himmel freut. Da ja bekanntlich das Himmelreich in uns ist: "Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden ... sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch" (Lk 17,21), so übertragen sich starke Emotionen der Engel auf unsere Seele, zumal sie das auch beabsichtigen. Dieses gefühlsmäßige Erlebnis ist aber nicht die Wiedergeburt. Es wird allenthalben so gelehrt, dass dies die Wiedergeburt sei, aber wie wir eben erfahren werden, ist dies lediglich die Erweckung. Allerdings ist die Erweckung des Geistes in uns ein derart einschneidendes Erlebnis, das in der Tat das Leben des Sünders nachhaltig beeinflusst.

Vereinfacht ausgedrückt verhält sich die seelisch/geistige Entwicklung des Menschen wie folgt.

1. Der Mensch lebt unter dem Gesetz der Sünde. Seit Geburt befindet sich in seinem Herzen der Geist Gottes, vergleichbar einem Samenkorn (vgl. Mt. 13,31 ff), man kann auch sagen, einen Geistfunken. Dieser Geistfunken arbeitet im Weltmenschen als das uns bekannte Gewissen und führt den Menschen mit "Gut" oder "Schlecht", "Tue das", oder "tue das nicht" usw. Ist der Mensch interessiert an einem Geistigen Leben, z.B. interessiert ihn die Frage nach dem Leben nach dem Tod, so weckt dieses Gewissen, bzw. der Geistfunke in ihm, immer mehr das Interesse zur Suche nach der Wahrheit. Daraus auch das Interesse von so vielen Menschen an allen möglichen Philosophien und Religionen. Viele aber bleiben hier nun stecken, weil ihnen das schon genügt, was die Religionen bieten. Ist der Mensch aber davon nicht befriedigt und sucht weiter, so kommt er früher oder später mit dem Wort Gottes in Berührung und erhält von eben diesem Geistfunken Licht der Erkenntnis der Wahrheit. Es erwacht in ihm stets mehr die Liebe zu Gott und eine Sehnsucht, diesen Gott erkennen zu können.

2. Dieser Mensch erhält nun Sündenerkenntnis durch den innewohnenden Geist Gottes und bekehrt sich oder besser vielmehr, er macht eine Umkehr. Nun erlebt er die schon beschriebene Erweckung des Geistes. Dies ist der Beginn des Prozesses der Wiedergeburt, entspricht sozusagen der Zeugung des neuen Menschen. Dieses Samenkorn beginnt nun zu keimen und je nach dem Gehorsam wächst es und das Pflänzchen wird grösser. Im Leben der Seele bedeutet dies, der Mensch beginnt Gott mehr und immer mehr zu lieben und findet immer mehr Eckel am Weltgetriebe und seinen sinnlichen Reizen. Er erkennt, dass er die Begierden des Fleisches, seine Leidenschaften und seine alten Gewohnheiten überwinden soll und muss, will er Fortschritte in seiner Geistigen Reife machen. Diesen Prozess von der Erweckung bis zur vollen Wiedergeburt nennt man Heiligung. Viele Christen bleiben in dieser Phase irgendwann nach der Erweckung stecken, weil sie nicht gewillt sind, die Liebe zur Welt und ihren sinnlichen Reizen konsequent und kompromisslos abzusagen. Nehmen wir aber an, unser Mensch jagt wirklich dem vorgesteckten Ziele nach, so erlebt er immer mehr, wie der Geist Gottes in ihm zunimmt, Er wächst spürbar. Die Erkenntnis, die Wahrheit nimmt zu, die Liebe zu Gott wird schon zum Feuer, und dadurch nimmt auch die Liebe zu den Mitmenschen zu und er fragt nicht mehr nach dessen Nationalität, Bildungsstand und Rasse. Plötzlich erkennt er, dass sich in seiner Seele gewisse Geistesgaben offenbaren. Sei es die Gabe der Erkenntnis, der Lehre, des Dienens, der Krankenheilung, der Prophetie, des Weissagens oder viele mehr. Die Geistesgaben manifestieren sich schon vor der vollen Wiedergeburt. Dieser schon beschenkte Mensch ist aber immer noch in der Lage zu sündigen. Er leidet aber sehr darunter, dass es vorkommt, dass er hin und wieder fällt. Er tut vor Gott beschämt Busse und bittet um noch mehr Kraft und noch mehr Beistand. In der Phase zwischen Erweckung und voller Wiedergeburt lernt er auch den Willen Gottes für jede einzelne Alltagssituation zu erkennen und seine eigenen persönlichen Wünsche unbeachtet zu lassen. Ist der Mensch dann einmal soweit, dass er sagen kann "ich sündige nicht mehr", ist die Heiligung abgeschlossen, der Geist Gottes erfüllt die Seele ganz und gar.

3. Nun erlebt diese Seele die volle Wiedergeburt des Geistes. Als Zeichen werden ihm die Geistigen Augen geöffnet und der fleischliche Leib wird ebenfalls durchgeistigt. Eine Krankheit ist nun nicht mehr möglich, ebenso wie auch das Sündigen nicht mehr möglich ist. Dieser Mensch darf dann sagen "ich habe den Lauf vollendet". Genauso wie bei einem Kindlein vor der Geburt schon alle seine Sinne voll funktionstüchtig sind, die Augen öffnen sich aber erst nach der Geburt.

Nun kommen wir zu den eigentlichen Zeichen der Wiedergeburt. Wenn nun die Seele voll und ganz mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, so manifestieren sich logischerweise auch die Eigenschaften des Heiligen Geistes.

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.

Mittwoch, 8. September 2010

Zurück zum Reinen und Vollen Evangelium

Einleitung

"Was um alles in der Welt – was soll denn das?" Dies wird sich mancher fragen, wenn er die Aufforderung liest, zum Reinen und Vollen Evangelium zurückzukehren. Vielleicht auch Du, lieber Leser, denn Du wirst mir entgegnen, dass das Heilige Evangelium, das Du vertrittst absolut biblisch sei, und nichts dem Wort Gottes hinzugefügt wurde. Damit hast Du wohl recht und niemand wird das in Abrede stellen. Und trotzdem wir uns immer wieder die Frage werden stellen müssen, liegen wir richtig, haben wir alles gesagt, was wir sagen müssen? Wie es im natürlichen Leben bekannt ist, dass wer engagiert mit seinem Fachwissen sich immer tiefer in seine Materie hineinsteigert und ohne Zweifel brillante Früchte im angestammten Berufszweig hervorzubringen im Stande ist, läuft Gefahr, durch eine sogenannte "Betriebsblindheit" sich in die Details zu verlieren. Dies geschieht oft, wenn die zuweilen nötige Distanz verlorengeht und man sich fragen sollte, "wo stehe ich eigentlich?".

Mittwoch, 1. September 2010

Die Pflege der Gedanken

Gastbeitrag von F.S. Graz.



Die Gedanken folgern (haben zur Folge) die Wünsche, aus den Wünschen folgen die Taten, deren Resultat das Bauen des Himmels oder der Hölle im Menschen ist; denn wie die Gedanken des Menschen beschaffen sind, solche gleichgesinnten Geister lockt er damit zu seiner geistigen Gesellschaft heran, die den Menschen dann ihre Gedanken einflössend, im Guten oder Schlechtem aneifern (bedrängen). Belehrung über die Pflege der Gedanken, um den Fortschritt im Geistigen zu fördern.

1. Die Gedanken repräsentieren deine Licht - oder Schattenwelt und in welchen Gedanken du dich bewegst, diejenige Geistersphäre bringst du in deine Umgebung und Bewegung, denn deine Gedanken sind dein Himmel oder deine Hölle, denn mit guten Gedanken weilst du bei Gott, mit schlechten beim Satan, der die Welt vorstellt (darstellt).

2. Glaube Mir Mein Kind, dass deine Gedanken deinen Himmel oder deine Hölle bauen, denn was du denkst, das sind dann deine Wünsche, aus den Wünschen folgen Worte und deine Taten, und diese sind immer die Folge deiner Gedanken, denn ohne zu denken würdest du weder etwas wünschen noch tun.

3. Es ist daher deine stete Aufgabe unentwegt auf deine Gedanken aufzupassen, damit du das Richtige dann aus deinen Gedanken folgerst.

4. Wenn du gute, Gott wohlgefällige Gedanken hast und sie fleißig pflegst, so trittst du in die himmlische Harmonien der guten Geister und Engel; denn diese sind immer in guten und edlen Gedanken der Liebe vertieft, wie sie besser Gott dienen können, und aus dieser Liebe auch Seinen Kindern, und daraus kannst du dir denken, dass du dann, wenn du in guten, in Liebe zu Gott und dem Nächsten erfüllten Gedanken weilst, du stets von gleichgesinnten hohen Geistern umgeben bist, denn welche Saite deiner Herzensliebe du erührst, dieselben Harmonien erklingen dann in Gleichgesinnten dich umgebenden Geistern.

5. In der Gedankenwelt der Geister ist es ebenso wie in einer Musikgesellschaft: Spielt die Musik eine erhabene Melodie, welche dich in höhere Regionen hebt, so bist du ganz fromm und in Gott versunken; - spielt sie einen lustigen Walzer oder Polka, da ist die Tanzlust erwacht; spielt man eine Melodie, deren Grund ein unzüchtiges Lied ist, so sind deine Gedanken, wenn du der Unzucht huldigst, in dem Sumpf der Unzuchtsünden; spielt sie einen lustigen Marsch, dann bist du geneigt nach dem Takt der Musik zu marschieren; - spielt sie eine Trauermelodie, so bist du selber traurig; - spielt sie etwas recht Lustiges, Fröhliches, so bist du auch fröhlich. Also ist es auch mit deinen Gedanken, sie sind die Musik für die Geisterwelt und erwecken diejenigen Geister, welche mit deinen Gedanken harmonieren, während andere sich passiv oder sogar dagegen verhalten, denn wenn du sündhafte Gedanken pflegst, so kannst du keine Himmelsbewohner anziehen, da sie vor sündhaften Gedanken fliehen, - hast du aber hochgeistige himmlische Gedanken, dann fliehen die bösen Geister vor dir, weil ihnen das Göttliche fade und abgeschmackt ist.

6. Jeder sündhaft Gedanke erweckt dir in der Geisterwelt gleichgesinnte Geister, welche blitzschnell bei dir sind, um dich in deinen Gedanken zu bestärken und mit dir die Folgen der Taten, welche aus deinen Gedanken gezeitigt wurden, zu sehen und zu genießen. - Bist du in unkeusche Gedanken geraten, so hast du sogleich eine größere Menge Unzüchtiger um dich, welche auf dich anfeuernd einwirken, um die Früchte mit dir zu genießen , da sie im Stande sind in dein Fleisch einzutreten und mitzugenießen. - Hüte dich daher vor unkeuschen Gedanken; den Hurer und Unzüchtige kommen nicht in den Himmel (Eph. 5,5). Wer der Unzucht huldigt, der ist von unzüchtigen Geistern besessen, die eine ständige Wohnung bei ihm halten.

7. Bist du Rache brütend, so ziehst du Rache- und Zorngeister zu dir, die gar wild auf dich einwirken, um dein vermeintliches Recht in die Tat umzusetzen. Wer zorniger Natur ist, der ist stets besessen von Zorngeister, welche bei ihm die beste Wohnung ihrer Höllentugenden haben. Daher hüte dich vor Gedanken und noch mehr vor Taten des Zornes, dieser groben Hochmutssünde, welche dich ganz höllisch macht; denn mit Zorn und Rachegedanken, überhaupt mit Gedanken, welche dich ganz höllisch machen: denn mit Zorn und Rachegedanken, überhaupt mit Gedanken, welche Lieblosigkeit in sich fassen, stehst du immer in der Hölle und bist mit Höllengeistern in Verbindung, daher, wenn du in hochgradigem Zorn bist, dann bist du in Gedanken der Vergeltung und um ein Schnippchen dem Verhassten zu spielen, und daher immer wild und heftig, weil du dadurch bereits ein Höllengeist bist, wenn du nachgrübelst wie du deinem Nächsten schaden und ihm Böses tun könntest; denn du bist nie allein, sondern du bist, sobald du dich in die Hölle begibst, d.h. sobald du dich in Gedanken begibst mit deinem Nächsten oder Bruder zu rechten (Gericht zu halten) - nach deinem die Vergeltung brütenden Herzen - von Höllengeistern besessen und in Beschlag genommen, welche dich fort und fort gegen deinen geistigen Bruder aufstacheln, dein Recht zu suchen und mit bösen Mitteln zu vergelten.

8. Also ist es auch mit allen anderen Gedanken, welche der Sünde unterworfen sind, man zieht immer die gleichgesinnten Geister an sich, in deren Gesellschaft und mit deren Einflössungen ihrer Gedanken man angeeifert und angefeuert wird, Sündhaftes und Höllisches zu begehen.

9. Wenn jemand dagegen nur liebliche Gedanken pflegt, dann zieht er Liebesgeister aus den Himmeln an sich und lebt in himmlischen Harmonien der Engel und guten liebetätigen Geistern. Je mehr das Leben der Liebe zu Gott in der Betätigung der Werke der Nächstenliebe wächst, desto höhere Geister vereinigt man um sich, desto höher steigt man selbst in die Lieberegionen derjenigen lichten Höhen, wo der Vater mit Seinen Kindern wohnt und sich von Angesicht zu Angesicht schauen und in höchsten Gefühlen der Wonne lieben lässt.

10. Die entscheidende Anstrengung, welche ein Mensch machen muss, um seine Seele von Materie, besonders von der Unzucht und unzüchtigen Gedanken zu befreien, besteht darin, dass man jeden Gedanken, welcher emporsteigt, schon gleich im Keine erstickt, jede Gelegenheit, wo die Materie einen zu sich zieht, meidet, die Augen von dort abwendet, wo sie Wohlgefallen an den lustwandelnden Reizen finden und haben.

11. Es ist wahr, dass man mit den Augen nicht sündigt, wenn die Gedanken und Sinne sich nicht dabei weiden und Genussgedanken schaffen; - aber die Reize steigern sich und man wird immer stärker zur Augenweide hingezogen, und zwar so lange, bis man sündigt und dann ist es zu spät.

12. Solange aber die Augen nach solchen Reizen lüstern sind, so lange ist von Erteilung höherer Geistesgaben keine Rede, entweder Materie oder Geist, zweien Herren kann man nicht dienen.

13. Und so ist jeder sinnliche Reiz, den du hast, ein Hindernis zum Vorwärtsschreiten im Geistigen. Entsage daher, wenn du geistig aufwärts kommen willst, allem, wozu dich die Augen und Gedanken mit Ungestüm ziehen und bei welchem du auf dieses und nicht auf Gott denkst, denn wo deine Gedanken, dort dein Schatz, das merke wohl. Darum denke immer logisch und moralisch und du wirst den Weg zum Heil und des Fortschritts im Geistigen wandeln.

14. Durch deine Gedanken bildest du dir die innere Qualität - oder geistige Gestalt deiner Seele, denn durch die Gedanken bildet der Mensch seine Umgebung, seine Welt, ja selbst Gesundheit und auch Krankheit. - Ein unbeugsamer Wille der Gedanken ist ein Wundertäter, ein Schöpfer durch fortgesetzte Pflege eines und desselben Gedankens: Das will ich, das muss daraus werden.

15. Hütet daher eure guten zu Gott führenden Gedanken wie die teuersten Perlen und Edelsteine, damit ihr durch sie zu Bewohnern des Himmels werdet!